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+ Aus der LSBTTI*-Welt +

Zeit für ein Selbstbestimmungsgesetz!

Am 19 Juni wurden im Bundestag in erster Lesung ein Gesetzesentwurf der Fraktion BÜNDNS 90/DIE GRÜNEN und ein Gesetzesentwurf der Fraktion der FDP sowie ein Antrag der Fraktion DIE LINKE behandelt. Alle Reden im Rahmen der Debatte sowie die Dokumente sind in der Mediathek des Bundestages abrufbar: https://dbtg.tv/cvid/7453381

In der Bundestagsdebatte wurde seitens der demokratischen Parteien die Dringlichkeit einer Neuregelung der Vornamens- und Personenstandsänderung betont. Die CDU/CSU hält allerdings weiterhin an Nachweisen fest.

In ihrem Antrag sprachen sich die LINKEN für eine Aufarbeitung geschehener Menschenrechtsverletzungen und für Entschädigungszahlungen für trans* und inter* Menschen aus, was ebenfalls längst überfällig ist. Wie zu erwarten war, wurden die Vorlagen in die Ausschüsse verwiesen.

Die Zeit ist überreif, es endlich abzuschaffen.

Wenn Menschen im Laufe ihres Lebens feststellen, dass ihr bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht nicht ihrer tatsächlichen geschlechtlichen Identität entspricht, dann ist das eine große Belastung für deren Familie(n) und Partnerschaft, am Arbeitsplatz und im Umfeld. Vor allem aber für die Betroffenen selber. Oft beginnt ein langer Weg und Kampf mit Behörden, Krankenkassen und Ärzt*innen. In dieser Situation braucht es aber vor allem Unterstützung, Anerkennung und garantierte Grundrechte.

Das Transsexuellengesetz von 1980 leistet all das nicht. Es pathologisiert Menschen, die aber nicht krank sind. Es ist bevormundend und es ist diskriminierend.

Als erste Fraktion im Deutschen Bundestag legten die Grünen am 19.06.2020 einen Gesetzentwurf für ein Selbstbestimmungsgesetz vor, das das bisherige verfassungswidrige Transsexuellengesetz aufhebt.

Es geht um nicht weniger als um Menschenrechte!

Der Gesetzentwurf enthält folgende Kernpunkte:

👉 ein Verbot geschlechtszuweisender Operationen bei Säuglingen und Kindern, die medizinisch nicht notwendig sind

👉 ein Rechtsanspruch auf Gesundheitsleistungen bei geschlechtsangleichenden Maßnahmen

👉 ein einfacher und selbstbestimmter Wechsel des Personenstandes und Vornamens, ohne Gutachtenzwang oder ärztliche Atteste

👉 ein Rechtsanspruch auf psychosoziale und rechtliche Beratung in allen Fragen der geschlechtlichen Identität

👉 ein “Offenbarungsverbot” der alten geschlechtlichen Identität durch Behörden und Arbeitgeber*innen

Dieser Gesetzentwurf beendet die jahrzehntelange Bevormundung und Entrechtung von trans*- und intergeschlechtlichen Menschen.

Er schafft ein neues, modernes Selbstbestimmungsrecht. Und er ist ein Angebot an den Bundestag, dieses leidige Thema noch in dieser Legislaturperiode endlich abzuschließen.

Zur Mediathek …



Eure Meinung ist gefragt!


Landesweite Befragung zum Leben von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankungen, psychischen und sonstigen Beeinträchtigungen in NRW.

+++ Start: 20.02.2020, bis 20.07.2020 verlängert +++

https://www.lsbtiq-inklusiv.nrw/

In Bielefeld ist mit Unterstützung des Landes NRW am 20.02.2020 eine Studie angelaufen. Es geht dabei um die Lebenswirklichkeit und die Problemlagen von LSBTTI* Menschen mit Behinderungen chronischer Erkrankung, psychischen und sonstigen Beeinträchtigungen.

Unter anderem geht es auch darum,

  • wie und in welchen Situationen LSBTTI* Menschen von wem diskriminiert werden?
  • welche Verbesserungen und Veränderungen wünschen sich diese Menschen?

Dieses Projekt ist als Online-Befragung angelegt. Die Ergebnisse der Befragung sollen dazu beitragen nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der sexuellen und geschlechtlichen Selbstbestimmung, sowie der sozialen Teilhabe von LSBTTI* zu entwickeln.

Das Land NRW fördert das Befragungsprojekt finanziell durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration – Bielefeld ist dabei als Modellstadt ausgewählt worden.

Die Auswertung findet in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW, in Kooperation mit dem Netzwerk BIEqueer, queerhandicap, sowie der Bielefelder Fachhochschule für Sozialwesen statt.

Die Befragung ist absolut anonym! D.h., es wird keine IP-Adresse registriert. Es gibt zwei Wege: Online oder per PDF zum Download.

Bitte nehmt euch ein paar Minuten Zeit und beteiligt euch an der Studie, denn wir haben als Betroffene alle ein Interesse daran, dass für uns die Welt ein bisschen besser wird!